Der Allgäu Triathlon, unendliche Berganstiege und berauschende Abfahrten. Wir schreiben das Jahr 2010, Samstag den 31.07. Wer sich auf das absurde als auch spannende Abenteuer Triathlon begibt, kommt an dem Allgäu Triathlon nicht vorbei. Wobei festzuhalten ist: 1.500 Höhenmeter auf einer Radstrecke von 80 Kilometer sind eine echte Herausforderung, aber beginnen wir von vorne.
MaxiPr begleitete den AP Triathleten Holger auf seiner Reise, hier sein Bericht:
05:26 Uhr, wieder quäle ich mich frühmorgens aus dem Bett, um Holger auf einem seiner Triathlons zu begleiten. Immenstadt, Allgäu Triathlon, Berge…ich freute mich schon auf die vor Anstrengung schmerzverzerrten Gesichter und den Willen in den Augen.
Als wir in Oberjoch losfuhren, einem Ort knapp 20 Kilometer von Immenstadt entfernt, deutete alles auf einen schönen, sonnigen Tag hin. Mal ein wenig Abwechslung zu dem Regen aus den letzten Tagen. Doch in Immenstadt angekommen, sah das schon etwas anders aus.
Dichter Nebel zog über den großen Alpsee und die Sichtweite betrug gerade einmal 20 Meter. Von der Wassertemperatur von 17 Grad einmal abgesehen. Holger hatte sich noch auf die Information aus der Zeitung verlassen (21 Grad Wassertemperatur) und war lediglich mit seinem Neo-Speedsuit angereist. Na, dann viel Spaß im Wasser. Für alle Triathleten gab es an diesem Morgen aber keine Ausreden mehr und so stürzten sie sich in die kalten Morgenfluten. Einige sogar nur in Badehose, Respekt.
Endlich, nach Tagen der Anspannung und des mulmigen Gefühls im Magen, fiel um 08:33 Uhr der Startschuss. Nun war keine Zeit mehr zum Nachdenken, das erste Ziel, die 2.000 Meter Schwimmen, mussten bewältigt werden.
Die Frauen, die eine halbe Stunde vorher gestartet waren, hatte es da noch ein wenig schwieriger, da der Nebel die Wendebojen noch nicht freigegeben hatte. Dies führte dann auch zu leichter Orientierungslosigkeit und so manche Schwimmerin musste wieder auf die richtige Strecke gebracht werden.
Nach dem Start der Männer hieß es jetzt aber erst einmal warten, denn Holger hatte sich eine Zeit um die 45 Minuten vorgenommen. Und fast exakt in der angestrebten Zeit kam er auch in der Wechselzone an. Nach ein paar Minuten Umziehen und Luftholen schwang er sich dann frohgemut auf sein Rad und brauste der Radstrecke entgegen.
Das Fahren auf dem Rad ist wohl das Anspruchsvollste am ganzen Allgäu Triathlon. Steigungen von 18% und dies einige Kilometer am Stück sind kein Pappenstil. Ein Höhepunkt war sicherlich der Kalvarienberg mitten in Immenstadt, der den Puls an den Anschlag bracht.
Ein anderes Highlight war die Fahrt über den Hahnschenkel bei Genhofen. Der Hammer.
Quelle: www.allgaeu-triathlon.de
Aber nach knapp 3 Stunden fand für Holger auch diese Etappe ein Ende und so ging es auf die letzten 20 Kilometer lange Laufstrecke.
Mit eine Stunde und 38 Minuten Rückstand auf den führenden Triathleten kam Holger über den Marienplatz in Immenstadt gelaufen, lachend, grinsend und anscheinend fassungslos, was er bislang geschafft hatte.
Die Laufstrecke verlief einen Großteil durch die Stadt, in der eine tolle Stimmung herrschte, und verzweigte dann in einige Waldstücke. Nach 2 Runden a 10 Kilometer lag dann endlich nach 05:54:20 Stunden das Auwald Stadion vor Holger. Hier herrschte nochmal eine Wahnsinns-Stimmung. Im Stadion galt es noch eine Runde zu absolvieren und dann war endlich nach 05:57:33 Schluss.
Weltmeister! Wenn auch nicht in der offiziellen Wertung, aber was zählt das schon an solch einem Tag.
Zuletzt noch ein Lob an die Veranstalter: Organisation, Betreuer und die Auswahl der Strecke waren Top. Auf der Strecke peitschte AC/DC die Athleten die Berge hoch und die zahlreichen Zuschauer halfen ebenfalls über manche Klippe hinweg. Chapeau an alle. Bericht durch maxiPR







