8 Uhr Sonntagmorgen. Ich checke als erster Teilnehmer für die Mitteldistanz beim Wasserstadt Triathlon in Limmer ein. Zu mindestens war ich hier superschnell. Warum ich allerdings 4 Stunden vor Wettkampfstart bereits vor Ort war, wusste ich mir selber nicht erklären.
Mit so viel Zeit im Rücken konnte ich den bereits laufenden IronMan Wettkampf begleiten, der schon um 06:15 begann. Die Athleten mussten zu Beginn nicht nur mit der 3,8 km langen Schwimmstrecke kämpfen, sondern auch mit renitenten Jugendlichen, die von der Brücke direkt vor den Schwimmern in das Wasser sprangen. Auch konnte ich noch eine kleine Schlägerei zwischen 2 alkoholisierten Jugendlichen am gegenüberliegenden Ufer beobachten, die von der Musik eines Gitarrenspielers (das war der 3te Freund im Bunde) begleitet wurde. Also, eine illustre Gesellschaft, so sonntags morgens um 08:30 am Limmer Stichkanal.
Gegen 09:00 trafen dann die ersten Triathleten mit ihren Super-Bikes und Zeitfahrhelmen ein. War beeindruckend, was da so an Geldwerten anrollte. Ich meditierte derweil im Clubhaus des TSV Limmer über einer Apfelschorle und versuchte meine Nervosität abzulegen.
Schwimmen
Um 11:45 war es dann endlich soweit und ich startete zu meiner ersten Mitteldistanz im Triathlon. Das Wasser war knapp über 19 Grad warm und mein kurzer Speedsuit-Neo war vollkommend ausreichend für die Temperatur. Nicht aber gegen die unzähligen Algen im Wasser und auch nicht gegen den Benzingestank des längseits liegenden Tankers. Puh, der Golf von Mexiko lässt grüßen. Nach 43 Minuten hatte ich es endlich geschafft und nach kleineren Kämpfen mit dem Reißverschluss an meinem Neo konnte ich endlich auf die Radstrecke.
Die Radstrecke
Der 3×30 Kilometer lange Rundkurs war absolut klasse, super vom Asphalt und auch sehr gut durch die zahlreichen Helfer abgesichert. Respekt, Herr Augath. Ich fühlte mich irre schnell und wurde nur ein paar Mal desillusioniert, wenn ich bei Tempo 45 noch überholt wurde. Alter Schwede, hatten die ein Tempo drauf.
Der Halbmarathon
Nach 02:53 hatte ich die 90 Kilometer geschafft und jetzt ging es zu meiner Paradedisziplin, dem Laufen. Denkste. Hier war mit einem Mal die Luft raus. Kein Laufrhythmus, keine Ruhe im Kopf. Nur Leere und Null-Motivation. Was war hier los? Ich musste ständig Gehpausen einlegen und mich neu motivieren weiter zu machen. Erst ein längerer Aufenthalt an einer Verpflegungstation und die nette Versorgung durch die älteren Damen mit Obst und Getränken brachte mich wieder auf die Spur. Danach lief es astrein und die Kilometerzeiten pendelten sich bei 05:30 ein. Die 21 km waren nach 02:02 auch geschafft und mit einer Gesamtzeit von 05:51:14 besiegte ich die Mitteldistanz.
Die Mitteldistanz ist schon ein Hammer und ich habe riesigen Respekt vor den IronMänner und Frauen. Das ist ein absoluter Kopfsieg und bedarf unglaublich viel Biss und Motivation. Limmer selber war von den Strecken her klasse zu fahren und zu laufen, alles sehr abwechslungsreich und durch die zahlreichen Helfer prima abgesichert. Kann ich nur empfehlen.

