Dem aufmerksamen Leser unseres Blogs ist sicherlich aufgefallen, dass es ungewohnt wenige Einträge in den letzten 1 1/2 Monaten von AP Sportsteam-Athlet Mathias gab und Holger ganz allein für Schlagzeilen gesorgt hat. Der Grund ist ganz einfach: Mathias hatte nach den Märzläufen mit einer sog. Plantarsehnenreizung im rechten Mittelfuß zu kämpfen, einer typischen Überbelastungsverletzung von Läufern. Dementsprechend gab es das volle Programm: 4 Wochen Laufpause und Orthopädenbegutachtung. Wer die Fließbandabarbeitung bei Fachärzten, die seit einigen Jahren in Deutschland herrscht, kennt, fragt sich zu Recht, was von beidem wohl schlimmer ist. Glücklicherweise hat das obligatorische Röntgen “nur” auf die Reizung hingedeutet, und nach leichtem Trainingsbeginn scheint alles wieder OK zu sein. Glück gehabt, denn manche Läufer müssen mit dieser Diagnose mehrere Monate pausieren und haben auch dann noch nachhaltig Probleme.
Trainingsrückstand vs. Energy Gel
Nachdem AP-Athlet Mathias gerade einmal seit zwei Wochen wieder im Lauftraining war und in der Tat Kondition eingebüßt hatte, stand der zweite olympische Triathlon für ihn vorab unter keinem guten Stern. Das Schwimmen, das als Trainings-Ersatzbefriedigung zum Laufen während der Rekonvaleszenz herhalten musste, war jedoch mit knapp über 24 Min. sehr zufriedenstellend im bisherigen Vergleich. Auf dem Rad, es war der erste Triathlon mit der neuen Zeitfahrmaschine, wurde dann richtig Dampf gemacht, am Ende stand eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 31 km/h. Und das Laufen? In Ordnung, von der gefürchteten Plantarfascitis keine Spur mehr, Kondition war unter den Rahmenbedingungen (jede Menge Energy Gel und Adrenalin) ausreichend vorhanden.
Cool, eine Zeit von 2:37:40 Std. Hochgerechnet auf die Zeit von Hamburg (hier waren 500 m mehr zu schwimmen) ergibt das eine Verbesserung von rund 15 Minuten. Und das beim Saisonauftakt mit dürftiger Vorbereitung. Als Resultat stand der 97. Platz von 104 männlichen Teilnehmern auf der olympischen Distanz.
Der Besenwagen und ein unverschämter Stationsprecher
Moment, trotzdem kam Mathias mit dem imaginären Besenwagen ins Ziel!? Na toll, bedingt durch die Altersklasse war Mathias in der chronologisch letzten Startgruppe der M30 und jünger. Wie immer hatte er keine Schnitte gegen die durchtrainierten Altersgenossen. “Normale” Freizeittriathleten sind in Versmold beim Olympischen nicht zu finden, schon gar nicht im Alter um 30. Bei der dritten Wende von vier nötigen im Kurt-Nagel-Stadion und Mathias’ Nicht-Anvisieren des Zielkanals hatte der Veranstaltungsmoderator über Lautsprecher gefragt, ob der “Läufer in Schwarz” sicher sei, dass er tatsächlich noch eine Runde laufen muss. Mathias überlegte kurz, ob er den Stinkefinger oder einfach den Daumen hoch halten soll. Naja, die gute Kinderstube hat dann doch letzteres veranlasst, auch, wenn es gekribbelt hat. Beim Zieleinlauf, die Begrenzungen der Wechselzone waren bereits abgebaut, ergab sich dementsprechend noch ein amüsantes Scharmützel mit dem Stadtionsprecher, als Mathias beim ebenfalls per Lautsprecher übertragenen “Interview mit dem Letzten” darum bat, doch bitte nie wieder in die letzte Startgruppe zu kommen
Als “Belohnung” durfte Mathias dann gleich zwei Versmolder Mettwürste als Finisherpräsent in Empfang nehmen.
Auch erwähnenswert: Der Trainingspartner von Mathias aus dem SC Melle 03, Eike, hat in Versmold mit 02:44:58 Std. derweil seinen ersten olympischen Triathlon hinter sich gebracht. Herzlichen Glückwunsch!
Fotoquelle: Westfalenblatt

